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Ausgemustert und doch nicht unglücklich PDF Drucken E-Mail
1.Mannschaft
Geschrieben von: MZ-Web.de   
Freitag, den 03. Februar 2012 um 05:31 Uhr

MZ-WebErst kam ein Anruf, damit die Vorladung in die Chef-Etage, und dann gab es dort die "unschöne Überraschung", wie David Reich es nennt. "Von heute auf morgen wurde mir gesagt, dass ich nicht mehr gebraucht werde und dass ich mir in der Winterpause einen neuen Verein suchen kann, oder ich gehen darf, sofern sich ein Verein meldet. Es gibt bessere Situationen", erzählt der Fußballer.

Reich ist einer der zehn Spieler, die vom Oberligisten VfL Halle 96 in den letzten Wochen in die Wüste geschickt worden sind. Doch der beinahe 26-Jährige hatte Glück. Inzwischen hat er beim sächsischen Verbandsligisten SSV Markranstädt einen Vertrag unterschrieben. Die Rand-Leipziger führen die so genannte Sachsen-Liga mit zwölf Punkten Vorsprung an. "Es ist zwar für mich zunächst ein Schritt zurück, aber eigentlich habe ich mich sportlich verbessert", sagt Reich. Wie zum Beweis: Bei einem Testspiel am Mittwochabend gewann der SSV gegen die klassengleiche Zweite des Halleschen FC 3:0. Reich kickte mit. Seine Erkenntnis: "Unsere Mannschaft wird, wenn sie sich nicht selbst ein Bein stellt, in die Oberliga aufsteigen. Und die Bedingungen hier sind besser, professioneller als beim VfL." Die Aussage klingt wie eine Ohrfeige für seinen Ex-Verein, der in der Oberliga-Hinrunde lediglich neun Zähler sammelte und Vorletzter ist.

Über das Warum seiner Ausmusterung und die von vier weiteren Stammspielern, kann Reich nur spekulieren. "Man wollte sich wohl sportlich neu orientieren. Die Saison ist eh gelaufen, aus dem Keller kommt der VfL nicht mehr raus. Die Motivation der Mannschaft war am Boden", erzählt er. "Vielleicht waren es auch finanzielle Gründe." Irgendwie wirkt er eher erleichtert als verbittert. "In Halle hat man es nicht geschafft, mir einen Job zu besorgen, dabei war mir das zugesichert worden. In Markranstädt habe ich jetzt sofort eine Anstellung beim Hauptsponsor des SSV bekommen", sagt er. Sein Fazit: "Für mich hat sich alles zum Guten gewendet."

Und dennoch: "Auch wenn die Abschiebung nicht schön war, letztlich sind wir fair auseinandergegangen, wie man so sagt", meint David Reich. Auf seinen Ex-Verein, dem er in der kommenden Saison aller Voraussicht in Punktspielen wieder begegnet, wird er weiter ein Auge haben. "Ich wünsche den Hallensern, dass sie wieder eine Mannschaft zusammenbekommen, die vielleicht dann den Abstieg verhindern kann." Markranstädt dürfte höhere Ziele haben.